Bonner Wirtschaftstalk

Seit seinem Start im Jahr 2012 unterstützt die Sparkasse KölnBonn den
Bonner Wirtschaftstalk. Am 10. April 2019 fand unter dem Titel VERNETZEN & GENIESSEN die 38. Talkrunde vor Publikum statt. Vier Experten diskutierten in der Bundeskunsthalle über den Wirtschaftsfaktor Kongress- und Tagungstourismus.

„Spirit muss her!“, so formulierte es Veit Lawrenz, der Experte für Business­tourismus der Tourismus NRW e.V. „Beim Kunden muss was hängenbleiben!“ Solchen Erinnerungswert hat eben nur das Besondere, Einmalige, mit Persönlichkeit, darin waren sich alle Beteiligten des 38. Bonner Wirtschaftstalks einig. Unique Selling Position (USP) heißt das auf Marketingdeutsch und ist insofern auch nichts Neues.

Doch wie dieses Besondere in Zeiten von Digitalisierung und Internationalisierung zu finden und zu gestalten sei – insbesondere für Tagungsgäste – darüber ließ sich trefflich diskutieren. Was ist die besondere Stärke, die man nur in Bonn und der Region finden kann? Lawrenz führte Duisburg als Beispiel an, wo der Tagungsort „noch nach Schweiß riecht“. Wonach riecht Bonn? Auch für die Diskussionsteilnehmer schwer zu sagen…

Aber, so Fritz-Georg Dreesen, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Kultur und Tourismus und selber traditionsreicher Hotelier, die bundeshauptstädtische Vergangenheit Bonns ist – neben Beethoven natürlich – nach wie vor interessant. Da sind noch nicht alle Spuren für Gäste sicht- und erfahrbar. Christina Esser, Leiterin Business Development des WCCB World Conference Center Bonn, bestätigt die Relevanz dieser Vergangenheit für heutige Besucher: Das WCCB wird oft gerade wegen des Plenarsaals gebucht. Dort zu tagen, wo einst die Parlamentarier gearbeitet und diskutiert haben, hat offenbar ein ganz besonderes – und eben auch einmaliges – Flair.

Und es ist diese Art von „Geruch“, die sich kaum fassen lässt, die einen Standort einzigartig macht und – das ist in Zeiten von Digitalisierung wichtig – auch nicht virtuell nachbildbar ist. Fritz-Georg Dreesen entwirft das Bild eines kahlen Raumes, in den multimedial „Nordsee-Feeling“ hineingespielt wird – bis hin zu hineingepustetem Sand. „Wer will sowas?“ fragt er. Die altmodischen, schweren Schlüssel in seinem Hotel dagegen sind durchaus kommunikativ, denn sie führen dazu, dass der Gast immer, wenn er den Schlüssel an der Rezeption abgibt, eine persönliche, namentliche Ansprache bekommt – Wohlfühlfaktor analog.

Für Dirk Iserlohe, CEO der HONESTIS AG, reicht das nicht: „Wir dürfen es uns nicht zu leicht machen. Moderne Technik für Networking muss angeboten werden. Und wir müssen die Kapazitäten professionell bespielen.“ Das heißt für den Aufsichtsrat der Dorint GmbH auch, dass das gastgebende Haus auch ein Programm anbieten muss, das den Gästen die Region näherbringt. Doch: „Das Preisgefüge in Deutschland ist im internationalen Vergleich viel zu gering, die nötigen Einnahmen für so etwas können nicht generiert werden.“ Denn, so Iserlohe, wir zerstören den Markt mit einer „Geiz ist geil“-Politik.

Dreesen rät zu Gelassenheit: „Wir dürfen nicht in Panik verfallen, wenn es brandmoderne Häuser gibt, die geringe Preise anbieten. Wir müssen vielmehr Angebote entwickeln, die dann auch einen anderen Gästekreis ansprechen.“ Angebote, die für den Businesstourismus-Experten Lawrenz zwei Faktoren verbinden sollten: Business und Leisure – und er hat auch gleich einen Begriff dafür: „Bleisure“ – das Verlängern des Business-Aufenthaltes in den Abend oder ins Wochenende.

Zum Bonner Wirtschaftstalk
Im Jahr 2012 startete die Sparkasse KölnBonn gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn, Energie und Wasser sowie der IHK Bonn/Rhein-Sieg die Veranstaltungsreihe „Bonner Wirtschaftstalk“. Vertreter der lokalen Wirtschaft diskutieren beim Bonner Wirtschaftstalk über aktuelle Themen mit Regionalbezug. Die 90-minütige Veranstaltung findet im Turnus von acht Wochen statt und wird von Nathalie Bergdoll und Christian David moderiert.

Tagen mit – das ist er wieder – Wohlfühlfaktor. Und der ist und bleibt, so Fritz-Georg Dreesen, analog: „Ein Lieblingsspruch zum Thema: Essen, trinken und schlafen funktioniert nicht digital!“ Es komme eben nicht nur darauf an, wieviele Menschen zu einer Tagung kommen, sondern insbesondere, welche Atmosphäre man ihnen bietet.

Und die Kapazitäten? Für Iserlohe ist das WCCB „eine Art Parallelwelt, ein Elefant auf einem Bein“, weil nicht immer ausreichend Hotelkapazitäten dazu angeboten werden könnten. Laut Christina Esser hat sich die Situation diesbezüglich allerdings bereits sehr gebessert. Allerdings: „Wir sind keine 1A-Destination, da muss man Bonn und die Region besser vermarkten. Das WCCB kann nicht allein, als Ufo, überleben. Wir müssen den Standort spannender machen.“

Fritz-Georg Dreesen abschließend: „Es muss nicht alles nach dem alten Stiefel gehen!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bonner Wirtschaftstalk 2019:

26. Juni 2019
GELD 4.0 – Digitalisierung & Innovation
01. Oktober 2019
BAY AREA TO RHINE AREA – Deutsch-Amerikanischer Wirtschaftstalk
27. November 2019

Terminänderungen vorbehalten

Die Dokumentation der bisherigen Bonner Wirtschaftstalks finden Sie auf www.bonner-wirtschaftstalk.com.


Die Aufzeichnung der Sendung vom 10. April 2019 können Sie hier in voller Länge ansehen.

Die Veranstaltung in Zahlen

Bonner Talkrunde der Wirtschaftsexperten

38
Sendungen

132
Podiumsgäste

9.200
Zuschauer

Kontaktinfos

Bonner Wirtschaftstalk

E-Mail gut@sparkasse-koelnbonn.de

Weitere Projekte Schwerpunkt Wachstum & Umwelt

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Anleitungen zum Gärtnern und Entdecken für die Kleinsten: Unter anderem durch Spendengelder der Sparkasse KölnBonn konnten 50 Naturforscherkisten für Kindertagesstätten angeschafft werden.
www.stadt-koeln.de

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2010 wurde unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn die „Stiftung Bonner Klimabotschafter“ gegründet. Über 5000 Kinder haben schon den Klimaführerschein gemacht.
www.bonner-klimabotschafter.de

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Die Stärkung der Medienkompetenz steht im Zentrum der Web-Rallye für Schüler-Teams der 5. bis 13. Klasse. Die Sparkasse KölnBonn unterstützt die Aktion der Kölnischen Rundschau.
www.rundschauwebbewerb.de