Bonner Wirtschaftstalk

Seit seinem Start im Jahr 2012 unterstützt die Sparkasse KölnBonn den Bonner Wirtschaftstalk. Am 05. Dezember 2018 fand unter dem Titel BEETHOVEN@BONN die 36. Talkrunde vor Publikum statt. Vier Experten diskutierten in der Bundeskunsthalle über die Herausforderungen und Chancen des Beethoven Jubiläumsjahres 2020.

Noch ein Jahr und 11 Tage, dann beginnt das Veranstaltungsjahr zu Beethovens 250. Geburtstag. Insgesamt 28,5 Millionen Euro haben Bund, Land, Sponsoren und die Stadt gemeinsam zur Ausgestaltung dieses Jubiläums aufgebracht und Bonn hat die große Chance, für ein Jahr lang im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit im Zusammenhang der Feierlichkeiten zu stehen. Wird Bonn diese Chance nutzen? Ist die Stadt der Herausforderung gewachsen?

Vor dem Hintergrund der Debatte um das Festspielhaus, der Tatsache, dass die Sanierung der Beethovenhalle nicht rechtzeitig abgeschlossen sein wird, dem eher schleppenden Kartenverkauf beim Beethovenfest sowie der Diskussionen um das WCCB als Spielstätte eine sehr berechtigte Frage, mit der Helge Matthiesen die Diskussion eröffnete.

In der von Timotheus HÖTTGES, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG, zwischenzeitlich als „Kreativworkshop“ bezeichneten Runde ging es allen Beteiligten erkennbar darum, wie man das Beethoven-Jubiläum trotz dieser Widrigkeiten zu einem Erfolg machen kann, der auch nach 2020 anhält. Denn klar ist: „Viel Geld für 2020 ist eine Riesenchance, sich zu zeigen – aber auch sich zu blamieren“, wie es Dr. Stephan EISEL, Vorstandsvorsitzender der Bürger für Beethoven e.V., auf den Punkt brachte. Man müsse das als eine Art Anschubfinanzierung nutzen, ergänzt Ulrich VOIGT, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse KölnBonn, um einen nachhaltigen Erfolg für die Region daraus zu machen.

Noch tritt Bonn nicht wirklich als „Beethovenstadt“ auf – außer in den Beethoven-Konterfeis auf den grünen Ampeln ist er im Stadtbild wenig sichtbar. Dabei ist Beethoven ist nicht nur in Bonn geboren, sondern hat hier auch 22 Jahre lang gelebt und gearbeitet – länger als Mozart in Salzburg, so Dr. EISEL. Damit sitzt Bonn auf einem Schatz, der gehoben werden sollte. Malte BOECKER, Direktor des Beethoven-Hauses Bonn und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Beethoven Jubiläums GmbH, beschreibt die Begeisterung, mit der die japanische Stadt Naruto als „Stadt der Neunten“ inszeniert, „und hier wird gefragt, wollen wir Beethoven überhaupt so stark herausstellen und Bonn als Beethovenstadt positionieren?“ Und EISEL ergänzt: „Es bedarf noch etwas Dynamik in den Amtsstuben und in den politischen Gremien. Mit Beethoven können wir gesehen werden.“

Malte BOECKER gibt einen Ausblick auf die bereits geplanten, über das ganze Jahr verteilten Highlights. Timotheus HÖTTGES ist überzeugt, dass 2020 ein tolles Jahr werden wird: „Inhaltlich ist das alles auf einem guten Weg“, aber: „Wir denken noch zu klein, uns fehlt ein bißchen das internationale Flair. Dabei haben wir die Chance, die Welt einzuladen und dieses Festival groß zu machen.“ Er regt eine „richtige Party“ an. „Wir wollen das größte Fest des Jahrhunderts machen. Wer ist der Beethoven des 21. Jahrhunderts? Da werden junge Leute von überall herkommen.“

Doch was wird der rote Faden sein, der sich durch das Jubiläum zieht? Malte BOECKER beschriebt die vielen Facetten, die unter dem BTHVN2020-Signet versammelt werden, was Helge MATTHIESEN zur Frage verleitet, ob das nicht furchtbar kompliziert sei als roter Faden? Und Ulrich VOIGT ergänzt: „Wenn das Ziel unklar ist, ist es schwierig, sich zu engagieren.“ Timotheus HÖTTGES ist zudem der Meinung, dass es eines „Kopfes“ eines „Gesichtes“ bedürfe, welcher das Jubiläum nicht nur sichtbar macht, sondern auch klar verantwortet. Bürger für Beethoven e.V. habe ein solches Kuratoren-Modell in Anlehnung an Salzburg favorisiert, erläutert Stephan EISEL. Malte BOECKER dagegen legt Wert auf den vernetzenden, offenen Charakter, den die Jubiläumsgesellschaft als Koordinator habe.

Zum Bonner Wirtschaftstalk
Im Jahr 2012 startete die Sparkasse KölnBonn gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn, Energie und Wasser sowie der IHK Bonn/Rhein-Sieg die Veranstaltungsreihe „Bonner Wirtschaftstalk“. Vertreter der lokalen Wirtschaft diskutieren beim Bonner Wirtschaftstalk über aktuelle Themen mit Regionalbezug. Die 90-minütige Veranstaltung findet im Turnus von acht Wochen statt und wird von Nathalie Bergdoll und Christian David moderiert.

Für EISEL kommt es jetzt vor allem darauf an, nicht weiter abzuwarten, sondern die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: „Wenn Herr Höttges auf grünes Licht von irgendeinem Gremium wartet…“ „…sind wir in 2025!“ ergänzt dieser. Und HÖTTGES fügt hinzu, die Chance bestehe genau jetzt, die Saat für ein Fest zu legen, das über 2020 hinaus wirksam ist. „Wenn wir nach 2020 überlegen, was wir daraus machen wollen – dann haben wir die Chance bereits verpasst. Wir sollten den Mut besitzen, Dinge anders zu tun, als man das von einem klassischen Festival erwartet.“ Dem widerspricht Stephan EISEL ein wenig: „In Bonn gibt es zwei Veranstaltungen, die regelmäßig Tausende anziehen – die Spiele der Telekom Baskets und klassische Veranstaltungen.“ Doch auch Malte BOECKER pflichtet Höttges bei: „Wir brauchen neue Formate, um die junge Generation anzusprechen. Das betrifft gar nicht die Musik, sondern die Art, wie das präsentiert wird.“

Insgesamt ist klar, dass die Vielfalt an Aktivitäten noch deutlich besser gebündelt und kommuniziert werden muss – und sei es im Karneval: „Ob Dur, ob Moll, mit Ludwig fiere mer raderdoll!“ schlägt Timotheus HÖTTGES in Kreativworkshop-Laune als Motto vor. Nun denn – auf dass auch die Stadt und die Bürger 2020 und darüber hinaus sagen mögen: „Wir sind Beethoven!“

Bonner Wirtschaftstalk 2019:

13. Februar 2019
10. April 2019
26. Juni 2019
01. Oktober 2019
27. November 2019

Terminänderungen vorbehalten

Die Dokumentation der bisherigen Bonner Wirtschaftstalks finden Sie auf www.bonner-wirtschaftstalk.com.




Die Aufzeichnung der Sendung vom 05. Dezember 2018 können Sie hier in voller Länge ansehen.

Die Veranstaltung in Zahlen

Bonner Talkrunde der Wirtschaftsexperten

36
Sendungen

126 Podiumsgäste

8.800 Zuschauer

Kontaktinfos

Bonner Wirtschaftstalk

E-Mail gut@sparkasse-koelnbonn.de

Weitere Projekte Schwerpunkt Wachstum & Umwelt

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Anleitungen zum Gärtnern und Entdecken für die Kleinsten: Unter anderem durch Spendengelder der Sparkasse KölnBonn konnten 50 Naturforscherkisten für Kindertagesstätten angeschafft werden.
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2010 wurde unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn die „Stiftung Bonner Klimabotschafter“ gegründet. Über 5000 Kinder haben schon den Klimaführerschein gemacht.
www.bonner-klimabotschafter.de

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Die Stärkung der Medienkompetenz steht im Zentrum der Web-Rallye für Schüler-Teams der 5. bis 13. Klasse. Die Sparkasse KölnBonn unterstützt die Aktion der Kölnischen Rundschau.
www.rundschauwebbewerb.de